23.11.2010

Die Mutter im Liedgut, Part 3

Mutters kleine Stars
Der Legende nach hatte Elvis Presley ein beunruhigend enges Verhältnis zu seiner Mutter Gladys. Nicht im schmuddeligen Sinne, eher die Sorte: ohne dich kann ich keine Entscheidung treffen, du bist mein Herz, mein Ein, mein Alles, oh Mama, für dich würde ich alles aufgeben.
Muttersöhnchen? Unselbstständig? Ein Waschlappen? Der King of Rock’n’Roll konsequent um Mutters Gunst buhlend? Der berühmte Hüftschwung nur ein verzweifeltes Aufbäumen gegen Mutters strenge Hand und ihre Moralvorstellungen? Der verfettete King, im Glitzeranzug in Las Vegas schuftend, das Ideal für seine Mutter? Eine These, die sich zwar untermauern lässt - aber ist sie wirklich gerechtfertigt? Beide leben nicht mehr, nachfragen daher zwecklos. Aber die Tatsache, dass Elvis und zahlreiche seiner Künstlerkollegen ein enges Band zu ihren Erzeugerinnen haben, ist nicht von der Hand zu weisen.
Die Geschichte der singenden Zunft ist voll mit Verweisen auf Mutterfiguren. Der Frau, die ihnen das Leben schenkte, diesem Lichtwesen, wird ein Denkmal gesetzt. Hoch auf den Sockel und tief verneigen. Neben Herrn Presley reihen sich da so illustre Musiker wie Westernhagen, die Kelly Family, die Beatles, Ozzy Osbourne, Nana Mouskouri, Bob Dylan oder die Spice Girls in die Hall of Fame der Mutterkomponisten ein. Und wenn die Liedkunst nichts mit Mama zulässt, gibt es da noch die Huldigung als Alternative. Einfach die gesamte Bandformation nach der Oberglucke benennen – The Mamas & The Papas waren sich dafür nicht zu schade.

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