28.11.2010

Die Mutter im Liedgut, Part 5

Dass die Mutterhuldigung auch anders ausfallen kann, hat eine ebenfalls deutschsprachige Band vor Jahren bewiesen. Rammstein entwarfen ein Mutterszenario, bei dem es einem kalt den Rücken runterläuft:
„Ich durfte keine Nippel lecken
Und keine Falte zum Verstecken
Niemand gab mir einen Namen
Gezeugt in Hast und ohne Samen
Der Mutter, die mich nie geboren
Hab’ ich heute Nacht geschworen
Ich werd’ ihr eine Krankheit schenken
Und sie danach im Fluss versenken“
Vorgetragen mit den charakteristischen, gutturalen Schreilauten des Frontmannes Till Lindemann möchte man hier schützend die Arme um sämtliche Mütter legen, die zum Stillen ihres Kindes niemals Zeit hatten und auch beim Zeugungsakt unruhig auf die Uhr schielten. Kann Hass so derbe Gedanken produzieren? Sicher, Mütter sind gern das eine oder andere Mal nervtötend, pedantisch, herrisch und Meisterinnen im subtilen Vorwurfstonfall. Aber dann gleich Meuchelmord begehen, schmeiß die Mama in den See, den Kopf unter Wasser drücken und fertig ist die Bewältigung der geschundenen Seelenqual?

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