18.12.2010

Die Mutter im Liedgut, Part 6

Nun könnte man den guten Herrn Sigmund Freud zu Rate ziehen. 
Die unzureichende Abnabelung vom Idealbild der eigenen Mutter bzw. die Rivalität mit dem eigenen Vater um Mutters Gunst ohne günstigen Ausgang bewirkt bekanntlich gern mal ein gestörtes Verhältnis bei dem männlichen Nachwuchs. Apropos Psychologie: Das frühkindliche Bindungsmuster und die damit einhergehenden Konfliktsituationen fungieren in späteren Lebensjahren pausenlos als Indikatoren für eventuell fehlerhafte Kommunikation und Partnerschaftsprobleme. Der Kampf zwischen dem Ich und dem Es reift also in den frühen Lebensjahren. Dies prädestiniert zu Konflikten mit der leiblichen Mutter.
Einfach gesagt: Mama ist an allem schuld. 
So funktioniert das bei dem Average Joe von nebenan, dem Popstar auf MTV, und selbst der gekreuzigte Jesus hatte nach dieser Logik eine Mutter, die so einige Fehler begangen haben muss.
Welche Form von Schmerz bringt Mama ans Tageslicht, und wie wird die Heilung anmuten? Auch hier hilft ein Blick auf die Bindungspädagogik, die Psychologie oder Freud’sche Ratgeber. Durch die Auseinandersetzung mit unserer Herkunft, dem Heranwachsen und der Formung durch unsere Eltern erklären sich die einen oder anderen gesellschaftlichen Phänomene fast von selbst. Und die Bindungsperson mit dem größtmöglichen Potenzial, Urvertrauen zu erzeugen und somit zu verwehren, ist und bleibt, das lässt sich niemals leugnen, unsere Mutter.

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