14.01.2011

Die Mutter im Liedgut, Part 8

Wenn Musiker die große Karriereleiter bestiegen haben gibt es unweigerlich ein Statement, eine Anekdote, eine Singleauskoppelung oder gleich die gesamte Albumwidmung an jene Frau, die ihnen dies bezaubernde Leben beschert hat. 

 
Popsternchenbild Himmelsmutter
Noch erstaunlicher, wie die eigene Mutterschaft aus Künstlern fromme Wesen werden lässt. Bestes Beispiel hierfür die Mother of Re-Invention, Madonna. An der Dame ist nun seit über 25 Jahren kein Vorbeikommen und auch gegenwärtig zeigt sie, wozu eine Frau in mittlerem+ Alter fähig ist. Wichtige Randnotiz: Mutterschaft macht sexy. Neben Nummer-Eins-Hits, strenger Diät, eisernem Willen und erschreckender Disziplin erfahren wir Dank ihr nämlich das ultimative Geheimnis: die Kraft der eigenen Mutterfähigkeiten. Zu Beginn ihrer Karriere verwies sie oft auf den frühen Tod der eigenen Mutter. Dies wird gerne als Grund für ihre rebellische Haltung und dem Bedürfnis nach Anerkennung gewertet. Sie selbst begründet dadurch ihren Hang zum exhibitionistischem Gebaren. Der kometenhafte Aufstieg führt also wieder zur Mutter zurück. Auf ihrem Album Like A Prayer, aus dem Jahre 1989, findet sich auch die obligatorische musikalische Auseinandersetzung mit dem Verlust von Madonna Senior. Und da so viel veröffentlichte Aufarbeitung noch nicht genug Verehrung war, wurde auch gleich der gesamte Seelenstriptease des Longplayers mit den Worten versehen: 
„This Album is dedicated to my Mother who taught me how to pray.“ 
Diese Besinnung auf die Kraft des Gebetes dürfen wir auch heute noch mit der Künstlerin teilen. Daraus hat sie nämlich gelernt. Kein blanker Busen mehr, und der provokante Sexhabitus wurde domestiziert, denn es gilt auch für die Skandalnudel par excellence: Mutter sein ist eine heilige Angelegenheit. Eine spirituelle Katharsis und folgerichtig die Hinwendung zum Weisen. Logisch, wo Madonna draufsteht, muss auch eine reine, heroische Seele drinstecken.

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