06.01.2011

Watch It! NO!!!!

Movie Review

Kritiker überschlagen sich vor Begeisterung.
Oscarprognosen stehen auf Siegeschancen und Nominierungen für den Golden Globe wurden bereits vergeben.
Die Geschichte: herrlich. Spielt in den 1990ern, Viagra wird zur Wunderwaffe bei erschlafften Herren, Jake Gyllenhaal wandelt vom Slacker zum dreisten Pharmavertreter und Businessboy, Verwandte sind eine Ansammlung von Freaks, gepoppt wird wo man geht und steht (wenn man stehen kann!), dumme Mädchen verfallen dem Charme dreister Männer und Liebe übersteht auch chronische Erkrankungen.
Ein bisschen viel des Guten? Mitnichten. Denn es gibt noch mehr und neben Slapstick, Sozialkitsch, Medikamentenstudie und Seelenpein gibt es ja noch Anne Hathaway. Die liefert angeblich eine schauspielerische Tour de Force als eine an Parkinson leidende junge Frau, die so tough, cool und lässig mit dem Leben umgeht, dass es eine wahre Freude sei, ihr dabei zuzusehen. Und am Ende, ja, da kriegen sich die Helden natürlich und leben happily ever after.

Wer den Mist gefühlte 539 Minuten durchsteht schwankt zur Belohnung vollkommen gelangweilt, genervt und um viel Lebenszeit beraubt aus dem Kino. Bis auf die nackte Haut der Hauptdarsteller und 2-3 gute Gags ist da nämlich nix was bleibt. Die Story ist überfrachtet, vollkommen konstruiert und unglaubwürdig (warum Anne Hathaway dicke Geldbündel mit sich trägt bleibt uns verborgen) etc.
Nein, muss man sich nicht ansehen, hat man alles schon (besser) erlebt (der
Vergleich mit Up in the Air aus dem letzten Jahr hinkt gewaltig) und was Anne Hathaway betrifft – es ist mir ein Rätsel, warum man ihr dramatische Rollen anbietet. Die Frau kann lustig gut. Verzweifelt: Nein, da nervt sie nur und ist dermaßen unsympathisch in diesem Film, dass Verständnis für sie niemals aufkommt. Dann doch lieber Burlesque anschauen ... den kann man wenigstens von Anfang an scheiße finden.

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