29.01.2013

Hear It! A Blast from the 90ies Past.

Heutzutage ist Musik fein säuberlich digitalisiert, mit bunten Bildchen in der iTunes Musikdatenbank verschüttet und taucht dann bei über 10.000 Titeln oftmals nie in der Rotation auf. Nur durch den Shuffle Modus gerät eine eine alte, längst vergessene Musikperle (oder Grausamkeit) an die Oberfläche.


Vor iTunes - in der dunklen Phase der musikalischen Steinzeit, jenes funkelnde Zeitalter in denen ein klobiger Discman schon ziemlich cool und Musik theoretisch überall gehört und mitgenommen werden konnte, doch praktisch aber vollkommen unmöglich war, da jede kleinste Erschütterung den Laserstrahl hysterisch werden ließ und vor den fiesen Schulhofprüglern wegrennen und dabei von einem Madonna, Hole, Smashing Pumpkins oder 2 Unlimited Song angefeuert zu werden meist in einem recht bedenklichen Laufrhythmus endete der einen atemlos machte ......  - also damals eben, da stand ich stundenlang vor meiner CD Wand, grübelte, inspizierte, entdeckte wieder und verteidigte mich lautstark, wenn Freunde entrüstet aufschrien: 
'Nee, nicht wirklich? Den Mist hat du ernsthaft gekauft? Furchtbar, was ist denn mit dir los?'
Ja, manchmal hatte ich auch Aussetzer beim Kauf von Musik, denn ich konnte Stunden in Musikgeschäften verbringen, die Abteilungen durchforsten und die Deutsche Mark investieren. 
Insbesondere die Sonderangebotssaussortierungsbereiche waren eine wahre Fundgrube an längst vergessenen Schätzen.
Mein Verstand setzte aus bei dem Anblick fein säuberlich eingeschweißter und alphabetisch exakt sortierter Compact Disc Cases. Bepackt mit zwanzig mehr oder minder unbekannten Tonträgern trottete ich irgendwann fröhlich singend zum Auto, legte die erste CD in den 6-Fach CD-Wechsler (USB Anschluss?, Pfffff, MP3 Player?, Bääh, iPhone Dockingstation?, Pfui) und fuhr die Straßen Berlins ziellos auf und ab. Herrlich!
Online Musikeinkäufe - da gibt es keinen Zweifel - funktionieren, leider, nicht nach diesem Prinzip. Sie sind zu schnell, zu uninspiriert und viel zu beliebig.
Daher krame ich gelegentlich in meinen angestaubten CD Regalen herum und juchze aufgedreht, wenn mir mitunter seltsame Tonträger aus den neunziger Jahren in die Hände fallen.
Fuck Music Policies

Girl Power Pop Explosion Riiiooottt Grrl Galore, toll. 
Jacqui Blake and Carrie Askew formten 1993 das Duo Shampoo, welches neben einigen Hits in den UK auch in Japan Erfolge feierte. Das wiederum ist wenig erstaunlich, denn in Asien lieben sie ja diese aufgekrazten Kirmesknüller - selbst Jeanette Biedermann ist dort ein Megastar gewesen. Blümchen ebenso. Mommasboy ist überzeugt, dass eine Intervention am asiatischen Musikmarkt längst überfällig ist.

'Trouble' war ihre wohl beste Chartplazierung und wie so viele Bands in den Neunzigern, verschwanden die Mädels auch umgehend wieder von der Bildfläche. Der Grund könnte der Aufstieg der besser verdaulichen und definitiv attraktiveren Spice Girls gewesen sein - denn ansprechbar sahen die Shampoo-Girls wahrlich nicht aus.
Und obwohl die schlechten Singstimmen als auch die scheußliche metallic und fellverzierte Kleidung sie zu einem Augenschmaus machten, wollte nach der Ankunft von den Gewürzmädels keiner mehr was von Jacqui und Carrie wissen
Die 90ies waren unbarmherzig, das lässt sich nicht leugnen -  und da sie ja auch schon Nostalgie sind, darf sich getrost auch daran berauscht werden. 
Ohne Scham, jawoll! 

                                    

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