22.03.2013

Fear It! Your Father and I.

Es gibt Menschen die, obwohl sie überzeugt davon waren ihren Partner zu lieben, ihn oder sie trotzdem getötet haben. Historisch betrachtet gibt es dafür auch eine Fülle an Beispielen. 
Pharaonen haben ohne Widerworte ihre Angetrauten - ohne mit der mumifizierten Wimper zu zucken - bei lebendigem Leib in die Grabkammer mitgenommen. 
Die Geschichte von Romeo und Julia hat ebenfalls einen ganz eigenen, äußerst morbiden Charme. 
Und ob Eva tatsächlich freiwillig die Todespille zerkaut hat, nun, das wagen wir mal vorsichtig zu bezweifeln. Heutzutage wird vielleicht nicht unbedingt umgehend die Liebe des Lebens erdolcht, ertränkt, erdrosselt oder gevierteilt - aber seelische Grausamkeiten und der offen ausgetragene Rosenkrieg - welcher sich in so mancher Ehe regelmäßig abspielt - sind vermutlich nicht minder verstörend und ein legitimes 
Update der
Partnererniedrigung innerhalb der Domestizierung aka. Vernunftehe.

'Du hast mich jahrelang gequält, erniedrigt und beleidigt. Seit Jahren hast du mich wie einen Fußabtreter benutzt. Aber ich sag dir eins: ich mache mich hervorragend und deine Bitterkeit lässt mich kalt, du gottverdammter Scheißer. Du und dein attraktives Äußeres sind auch nur eine Maske für dein abscheuliches Inneres. Wie hübsch würdest du wohl aussehen wenn ich dein beschissenes Hirn in eine Kiesgrube stopfe und mit unbändiger Freude mit einem Hammer darauf einschlage? Wie würde sich das wohl anfühlen, häh? 
Sag schon, du verdammter, bösartiger kleiner Drecksack.'

Die Ehe meiner Mutter und ihrem dritten Ehemann nahm nun wirklich kein ziviles Ende und was die beiden sich da an Worten an den Kopf knallten sollte mich noch Jahre später darüber staunen lassen, dass beide unbeschadet und ohne Gerichtsverfahren davon kamen. Der Weg dahin, soviel war klar, ähnelte in keinster Weise einem harmonischen Miteinander
Ich begann früh mir ernsthaft Sorgen um den desolaten Gemütszustand meiner Mutter zu machen. Nach einer Vernunftehe und einer zweiten, stark depressiv getünchten Ehe, schien diese nun unweigerlich mit dem Gang in den Todestrakt einherzugehen. Ich mochte mir nicht ausmalen was sich da alles an Emotionen und jahrelanger verwundeter Seelenpein in meiner Mutter angestaut hatte und jetzt stur den Ausgang suchte. 
Ich konnte nur beten, dass ihr mein leiblicher Vater niemals über den Weg laufen würde. In diesem Fall hätte sie wohl seinen Namen in Großbuchstaben an jede Hauswand gemalt. Mit seinem eigenen Blut, welches sie im Rausch aus Vergeltung und Hass verspritzte, während sie seinen Torso mit der Kraft ihrer Faust durchbohrte! Immer und immer wieder.
Ja, Partnerschaften, liebevolles Miteinander und der Hafen der Ehe sind mir ein äußerst masochistisch und verstörendes Konzept geblieben. Wer das braucht, wählt emotionale Pein und zerstörerische Alltagsdramen. 
Herzlichen Glückwunsch und Alles Gute. Das Ende wurde gerade eingeläutet.
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