05.04.2013

Hear It! When the everyday blues calls, well, then listen.

Schwedenpop macht immer gute Laune. Bei Abba fing der ganze Spaß, verkleidet im Retro-Budenzauber, einst an und - Hand aufs Herz - Roxette schickten sich in den 1980igern an, veritable und zeitgemäße Nachfolger der Ur-Schwedenpop-Vorreiter zu werden. Wenige Jahre später leugnete man zwar beherzt jemals die MC erworben zu haben (ebenso die Best-Of von Dr Alban, 2Unlimited etc.), doch Dank Neneh Cherry, The Ark oder Robyn kann man durchaus sein Faible für den skandinavischen Schlager kundtun. Schämen sollten sich die, die in den 90ies Fanta 4 und Konsorten mochten.
Es brauchte ein wenig Zeit bis ich erkannte, dass gute Musik nicht nur aus den no brainern UK & USA oder eben Schweden kommen musste. Dänemark, das habe ich nun eingesehen, steht durchaus auf Augenhöhe im internationalen Popzirkus.
Die combo Panamah reihen sich wohlig angenehm in eine lange Reihe Musikmacher ein, die gemocht gehören. 
Der Track DJ Blues ist die exakte Vertonung des melancholisch-depressiv verstimmten Moments, wenn der Abend/die Nacht/der frühe Morgen von Ekstase zu der grausigen Erkenntnis schwankt, dass es nun endlich mal vorbei sein sollte mit Tanzen, Trinken, Tatschen, Taumeln, etc.!
Außerdem, dass unterstelle ich dem Text einfach mal (denn Dansk ist nicht unbedingt eine Fremdsprache die irgendwer lernen muss oder möchte), handelt das Liedchen von dem ewigen Kampf der Bedeutsamkeit den viele an der Tür eines Clubs durchleiden müssen.
Immer wieder schön zu beobachten ist es, wie traurige Nachtgestalten aufgebracht mit einem Türsteher diskutieren und ein lakonisch gesäuseltes 
'Wieviele seid ihr? Aha. 
Nein, sorry, für euch heute nicht mehr. Umdrehen und gehen',
partout nicht akzeptieren wollen. Dabei weiß doch jedes Kind: Mit dem Türsteher wird unter keinen Umständen um Einsicht gefeilscht. Das ist unsexy, erbärmlich und unnötig. Fremdschämen wird hier zur Kür erhoben, denn die Folge solch selbstverursachter demütigender Abwertung ist; noch mehr Bedeutungslosigkeit.
A No is A No and stays a No no matter what.
Nichts ist unangenehmer als diese schlecht frisierten Großstadttouristen und uneinsichtigen Partyhopper die ernsthaft nicht verstehen wollen, dass es wesentlich mehr Klasse hat bei Verweigerung höflich zu lächeln und auf dem Absatz kehrt zu machen, als lautstark in Verhandlungen mit einem Berliner Türsteher zu treten.
Was soll das auch bezwecken?
'ich kenne aber ..., ich war doch auch letzte Woche ..., aber die vor mir sind doch auch ..., pass mal auf, noch so ein Spruch und ich hole mein Handy raus, dann zeig ichs dir, ich kenne nämlich XYZ ...' .
Anbiederung, oberste Lernregel in der frühkindlichen Prägungsphase, führt in keiner Lebenssituation zu Erfolg und wirkt sich nicht nur kontraproduktiv sondern auch abstoßend aus. Beeindrucken - gar vom Gegenteil überzeugen - wird man damit niemanden. Zu Sex führt es übrigens auch nicht, zumindest nicht die Sorte die gemeinsam Spaß macht. 
Merke: Es gibt immer einen anderen Club der sich über Gäste freut und es gibt daher keinen Grund verzweifelt Teil einer Party sein zu wollen bei der man unerwünscht ist. Zum besseren Verständnis setzt man einfach mal 'potentieller Sexpartner' statt 'darf ich ich in den Club' ein und spielt das Prozedere nochmal  durch.
Wer es dann noch nicht begriffen hat ... Oy vey!
Es muss zwar ein beschissenes Gefühl sein nicht gewollt/beghert und vor der Türschwelle/der Bettkante abgewiesen zu werden, aber diese Erkenntnis, angeblich nicht hip und schön genug zu sein, ist zwar grausam jedoch lehrreich. Und wenn der Blues beim Heimweg einsetzt, dann kann man sich in die tröstenden Arme des Dänenpop werfen. TaDaaah! 
Hier also Panamah:


Panamah - DJ Blues (Official video) from Sebastian Birk on Vimeo.

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