17.04.2013

Hear It! With a name like that, who could forget ... ?

Namensgebung geht ja gern mal schief. Kinder die auf Kevin, Mandy, Shanice, Adriano oder Adolf getauft werden haben es im weiteren Leben selten einfach und müssen sich auf Vorurteile, Ausgrenzung und viel Gelächter einstellen. Bei Bandnamen ist das erstaunlicherweise selten der Fall. Wer hier ordentlich geschmacksverirrt agiert, der kann sich auf eine zähe Gefolgschaft verlassen und  bleibt dauerhaft in Erinnerung. Black Sabbath, Velvet Underground, Spice Girls, Pet Shop Boys - durchgehend dämliche Namen und trotzdem mit Erfolg gesegnet und unbestreitbarer Teil der Musikgeschichte. 
Warum aber großartige Bands trotzdem in Vergessenheit geraten konnten wird daher ein ewiges Mysterium bleiben und zeugt von der Ungerechtigkeit des Lebens.
Es ist unsere feste Überzeugung das niemals zuvor und auch nicht mehr nachfolgend ein Bandname dermaßen schmatzig, rund, stimmig und samtig über die Lippen floss wie ...
S-H-A-L-A-M-A-R.

Neben dem perfekten Namen sind es zudem die sehr stimmigen Songs, welche die unstetige Musikercombo zu einer Besonderheit machten. Ursprünglich als Disco-Trio konzipiert, wurden nach der Gründung im Jahre 1975 relativ schnell die Studiomusiker gegen drei Frontmusiker ausgetauscht (nein, kein Milli Vanilli-Fake .... ohh, Milli Vanilli, der Name war ja wohl auch ein Geniestreich) und so ging es ab 1979 unaufhaltsam 'nach oben' und Hit folgte auf Hit. Müßig diese aufzuzählen, denn obwohl sie erstaunlich erfolgreich waren, erinnert sich heutzutage niemand mehr an ihren Sound. Das mag aber auch an der Unbeständigkeit der Band gelegen haben: Nach diversen Line-Up Wechseln (dagegen sind die Sugababes verlässlich wie eine Schweizer Uhr), wurde eben auch das Projekt Shalamar immer unstetiger, unvorhersehbar und fand kein richtiges Profil bzw. einen eigenen Stil. Der Wechsel in den achtziger Synth-Pop vollzog sich zäh und uninspiriert und wer im Pop einmal strauchelt der findet ziemlich sicher nicht mehr den Weg zurück auf die Erfolgsspur. Die Beispiele hierfür würden den Rahmen sprengen, ein Blick auf eingangs erwähnte Formationen belegt die These jedoch. 
Somit war es zu Beginn der Neunziger auch eher ein trauriger Anblick, der sich unter dem wohlklingenden Bandnamen gruppierte. Trennung, Neuzusammensetzung und null Chartsplatzierungen folgten und obwohl heutzutage irgendwelche Nasen mit den Songs und dem Namen durch Nostalgieshows tingeln, ist einzig Jodi Watley - Mitglied der Ur-Formation - in Erinnerung geblieben. Nach ihrem Weggang rutschte sie als Solokünstlerin nicht vollends in ein obskures Dasein ab und konnte sogar einige Zeit eine mehr als respektable Musikvita aufbauen. 

Für wahre Shalamaren bleibt daher nur die Erinnerung an jene Grundbesetzung und die Zeitspanne bis zum Jahr 1983.
Wer also morgens gegen 9 Uhr die Auswahl von Musik nur im Bereich zwischen meditativer Hintergrundbeschallung und sanftem Soulgemurmel ertragen kann, dem sei Shalamar empfohlen.
Um die musikalische Palette ein wenig aufzuhübschen und Schwung in den grausam nahenden Tag zu bringen funktioniert nichts besser als beschwingte beats und grooves zu genießen und als Mantra immer wieder diesen Namen zu hauchen: S-H-A-L-A-M-A-R, 
S-H-A-L-A-M-A-R!!!
  

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