07.05.2013

Eat It! Langeweile essen Seele auf ...

Das Bedürfnis nach arterienverunreinigender, ungesunder und vermutlich lebensbedrohlicher Naschnahrung ist dem Menschen - ohne Zweifel - auf dem beschwerlichen Marsch durch die Evolutionsstufen 'anerzogen' worden. Von Natur aus wird er dieses Bedürfnis wohl kaum gekannt haben.

Kaum vorstellbar das der Neandertaler einen Schokoriegel, eine Salami-Fleischrolle oder ein paar geröstete Nic-Nacs vom Lehmboden klaubte und fröhlich grummelnd den Mist gen Mund schob um danach, seelig lächelnd und mäßig befriedigt, wieder auf seine Wald-und-Wiesen Matte fiel. Wäre er wirklich glücklicher gewesen wenn er solche Gaumenfreuden erlebt hätte? Ernährungsforscher sagen Nein. Momma's Boy sagt JA!

Das Bedürfnisprinzip des Schlemmens, der ungehemmten Völlerei und dem Verzehr von  unangebrachten Bettschmankerln war den Ur-Menschen fremd und somit waren sie ewig übellaunig und verdammt zu fortwährender Monotonie. Doch der Mensch war eben auch ein schlaues Kerlchen und sah nicht ein im Stillstand zu verharren. Da seine wettergegerbte Hand eben nur Grashalme und klumpige Beeren zum Vorschein beförderte und diese kaum Endorphine produzieren konnten, starb er in seiner Urform einfach aus bzw. adaptierte sich an die gegebenen Neuerungen. 

Mann und Frau haben somit Wege gefunden und erschlossen, die legal und ohne gesetzliche Einschränkungen die Tristesse des Alltags ungemein aufwerten sollten.
Paukenschlag und Donnerblitz, das große Fressen sollte beginnen! Und da auf die Hurerei die Völlerei folgte wurden sie glücklicher und runder, aber leider auch von Krankheiten befallen, welche den Neandertaler niemals heimgesucht hätten (die STDs nehmen wir beim nächsten mal durch). Aber alles, ALLES, hat seinen Preis.
FettFood und Soulfood, Nasch und kleine Köstlichkeiten wurden zur Ersatzbefriedigung enttäuschter Mitmenschen. Wenn nichts und niemand ein bisschen Freude dem drögen Alltag entlocken kann, dann ist es Zeit für eine kurze Gaumenfreude. Was das aus unseren Gefäßen und Herzmuskeln und Fettzellen und Cholesterinwerten macht, pah, bitte, das war und ist uns doch absolut egal, quasi ein Übel das wir gern in Kauf nehmen auf dem Pfad der Glückshormonausschüttung.
Hauptsache wir können für eine Minute und dreißig Sekunden kauen, schmelzen, knacken oder uns laben an den unendlichen Weiten der besonderen artificial flavored und 100% NOT organic Köstlichkeiten. Findige Laboranten haben jenes Teufelszeug kreiert um der Gesellschaft den Kauf von harten Drogen madig zu machen. Dumm war diese Idee bestimmt nicht - gesundheitsfördernd allerdings auch kaum.
Legale Drogen sind am Ende dann doch auch nur Drogen! Und der Weg vom Guten führt leider zwangsläufig über das Böse.

Sterben, oh weh, das werden wir ja sowieso. Der Regen wird uns zu Tausenden die Straßen hinabspülen und dann sitzen die wenig Überlebenden in ihrer drögen Arche, umgeben von ausgemergeltem Vieh, ballaststoffreichen Heuballen, ranzigen Hülsenfrüchten und sie werden anfangen sich Geschichten über Geleebohnen, in Bratfett versunkenen Kartoffelscheiben und in weißem Zucker gebadeten Hefeklößen zu erzählen, während der Kampf um die Beere am Weidenstrauch entbrennt. 
Wir werden alle sterben
aber bis dahin: 
EAT IT!

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