10.09.2013

Learn It! Alternativer Lebensentwurf

Zwischenmenschliche Beziehungen, egal welcher Art auch immer, sind furchtbar einengend und belastend. Zudem bin ich der festen Überzeugung, dass der Kontakt zu anderen Menschen eigentlich nur als Experiment unseres zentralen Nervensystems zu werten ist. Es geht einzig und allein darum, unsere Zurechnungsfähigkeit auszutesten bzw. den Grad der Kommunikationsfähigkeit soweit wie möglich nach oben zu biegen. 

Unausweichlich stellen sich somit folgende Fragen:
Wie lange ertragen wir die Qual und Pein der offenen/ehrlichen Kommunikation?
Was ist der Zweck, welche Bestimmung hat dieser Austausch?
Wozu müssen wir uns der Anstrengung einer verbalen Konfrontation aussetzen? Was ist hilfreich daran, sich in einem Beziehungskonstrukt zu befinden?

Egal in welche emotionale Richtung der zwischenmenschliche Austausch artet, die damit verbundene Intensität trägt im Wesentlichen doch nur zu einer Selbstzerstörung bei. Begleitet von Kompromissen und seelischer Beschneidung ist der Mensch doch nur mit sich selbst fähig, eine annehmbare Zufriedenheit zu erlangen. Sich auf eine weitere Person einlassen wird also unweigerlich zur Tortur des Seelenfriedens - ein Katz-und-Maus-Spiel, welches es zu gewinnen gilt. Koste es was es wolle!


Wer wir sind und was wir sein wollen erreichen wir angeblich nur durch den wortgewaltigen Austausch mit den Wesen, die uns umgeben. Das erscheint formal betrachtet nur konsequent und logisch. Daraus lässt sich - nach meinem Verständnis - also ableiten, dass jeder eine Höchstanzahl von Vielen im Lauf des Lebens vorweisen muss. Wenn demnach Intensität und Interesse an einem x-beliebigen Mensch aufgebraucht bzw. erschöpft ist, spätestens dann sollte dem Leiden ein Ende gesetzt werden. D.h. ausgediente Kontakte müssen abgestoßen werden und um Gottes Willen, bitte, niemals wieder auffrischen. Wer einmal langweilig und einfältig war, wird es auch noch nach langer Zeit sein. Der Mensch ist erfahrungsgemäß nicht dazu gemacht aus Fehlern zu lernen.

Einfacher formuliert muss - JA - muss der Mensch viele weitere Menschen kennen lernen und sie dann zu einem Teil des eigenen Lebens verwerten. Mit dieser Information als Erfolgsziel vor Augen lässt es sich verständlich begründen, warum mein Ziel noch in weiter Ferne steht. Meine Verwertungsmaschine läuft eher träge, um nicht zu sagen sehr unbeständig voran. Aber, ich habe das Ziel vor Augen und das ist immerhin ein Teilerfolg. Kleine Schritte führen auch zum Ziel.
Und ich bin ja nicht die einzige Seele die sich mit dieser Last quält.
Denn auch mit dem Wissen um diesen unvermeidbaren Zustand gelingt es der Vielzahl an Menschen nicht, die Langeweile und Trostlosigkeit welche von ihren/unseren Mitmenschen ausgeht, in überschaubare Bahnen für das eigene Seelenwohl zu lenken. Doch auch hier haben wir einen nützlichen Hinweis, den es gilt zu internalisieren:
Es ist ratsam die Wesen um einen herum in den Irrglauben zu führen, dass wirkliches Interesse an ihnen und ihren Belangen vorliegt. Nur so verschafft man sich die Möglichkeit sie auszusaugen, um sie anschließend befriedigt auszuspucken und dem nächsten Idioten seine/ihre Kapazitäten abzuluchsen. 

Wir merken uns also abschließend: Wirklich wichtig ist es eine hohe Zahl an Mitmenschen zu verschleißen! Sie sind das entscheidende Mittel zum Zweck, denn über sie definieren wir unseren Reifungsprozess und, so traurig das ist, dieser hält ein Leben lang an. Vergessen wir niemals, dass unabdingbare ist die emotionale Fahrt auf die wir Menschen uns begeben. Gesellschaft schadet da nie und wer in der Kurve rausfällt, nun, selber schuld. Sehen wir es wie einen Reisekoffer; in den packt man anfangs auch viel rein und am Ende braucht man eigentlich nur einen Bruchteil davon oder kann den Inhalt getrost im Hotel liegen lassen. Oder auch verlieren. Das Leben geht dann trotzdem weiter, denn so ein T-Shirt oder eine Zahnbürste lassen sich letztlich immer wieder ersetzen. 
Das ist natürlich optional zu betrachten. 
Eigenmächtig zu bewerten. 
Nicht unbedingt notwendig. 
Jedoch ausdrücklich empfohlen.

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