15.11.2013

Fear It! Kleine Monster sind zum fressen da

Eltern mit ihrer Brut in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu beobachten wird oftmals zu einer Melange aus Mitleid, Anerkennung, Schulterzucken und 'selber Schuld' Attitüde. 

Wie eine zwölfjährige Planschkuh dermaßen überheblich und vor Selbstbewusstsein strotzend ihren Standpunkt vortragen konnte, das verdiente durchaus Respekt für das Nervenkostüm ihrer renitenten Mutter. Wobei die Darstellung des drallen Disney-Schneewittchens - mit Pausbacken und Entenarsch proper gemästet und vermutlich auf dem Weg zum Gruppentreffen der Adipositas-Gesellschaft - mir durchaus ein launiges Lächeln entlockte. Aufgeregt umherhüpfend, sich eine Keksrolle nach der anderen in den Mund stopfend, war ihr Anliegen banal: Jacke anziehen? Auf keinen Fall! Viel lieber unternahm das übergewichtige Vorschulkind die Anstrengung das gesamte Zugabteil von den Vorzügen irgendeiner Boygroup zu überzeugen - inkl. schräg-schauriger Gesangseinlage. Ihre Mama rekapitulierte schnell, widmete sich aufopferungsvoll ihrem Smartphone und überließ somit den übrigen Fahrgästen die schwere Aufgabe, erheitertes Publikum spielen zu müssen. Niemand um mich herum gebot dem Porky Pig Verschnitt Einhalt und so glaubte die Speckbratze offenkundig zu triumphieren. Stolz verschränkte das moppelige Ding die Arme vor dem schwammigen Bauch und erstarrte in Marlene Dietrich-Pose. Wie ein herrenloser Hund bettelte sie vergeblich um Applaus - The Voice, here she comes. Werft ihr einen Knochen zu, auf das sie daran ersticken mag.
Melodramatisch erhob sie den schweren Kopf gen Himmel (oder U-Bahn Decke), atmete tief ein um wieder mit einer x-beliebigen Liedauswahl 'euch alle zu verzaubern'. Ein tumber Miley/Justin/Selena/OneDirection Misch-masch donnerte durch den überheizten Zug. Und wenn schon eine Stange vorhanden ist, warum nicht gleich auch aufreizend um jene herum tanzen und lasziv die muffin tops schütteln. Das Fahrgäste sich daran klammern um nicht vornüber zu fallen, pah, geschenkt, Platz da für Britney 2013.

Gern hätte ich meinen dicken Grobstrick-Schal ihrer Mutter geliehen damit sie ihre wanstige Tochter damit strangulieren könnte bis kein krächzender Ton mehr aus ihr erklingen würde. 
Ich tat es nicht - denn Kinder, seien wir ehrlich, sind unsere Zukunft. Aber toll und zuckersüss macht sie das noch lange nicht.
www.mommasboy.de

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