24.01.2014

Hear It! Mash-Up Deluxe aka. DJ-ing ist für alle da

Die Etikettierung Mash-up ist erstaunlicherweise nicht tot zu kriegen und wird weiterhin als hip, spannend, aufregend und toll deklariert. In den meisten Fällen sind diese Musikstücke aber nur vollkommen überflüssig, schlecht umgesetzt, nervig und überhaupt blöde.
Grandioses lässt sich selten entdecken. Mittelmäßigkeit, das haben uns die Nullerjahre eingebläut, bedeutet, dass Talent und Begabung vom lieben Gott großzügig verteilt wurde. Und so verwundert es dann auch nicht, dass jeder Hobby-DJ, der drei bis vier Liedchen übereinanderlegen kann und von sich folglich behauptet, er/sie wäre Mash-up Künstler/ Star-/Promi-DJ, dieses Talent zu Geld machen möchte. 
Der Glaube, ein begabter und musikalisch versierter Haudegen schlummere in den Besitzern von Musikmischprogrammen, hat sich leider etabliert und ist nicht mehr auszutreiben.
Irren ist menschlich, vergeben göttlich. 
Doch diesem DJ-Gott sollte jemand mal gehörig eins auf die Mütze geben.
Ehrfurcht und Respekt vor freimütig dargebotenem Talent muss dringend mit Argwohn betrachtet werden.


Kunst - ein weiterer Irrglaube - ist für alle da.
Die Gattung Hobby-DJ ist leider auch an erster Stelle anzutreffen, wenn für die Betriebsfeier oder die Eckkneipe jemand zum auflegen gesucht wird. Stolz wie Bolle, bewaffnet mit dem mager bespielten iPod/iPhone/Laptop sind sie dann für einen Abend der König/die Königin über die Turntables (bzw. den Touchscreen und das Sync-Kabel).
Und warum auch nicht? 
Sie haben dolle Ideen, sind absolute Raritätenkenner und bei den Übergängen macht ihnen keiner was vor.
Hey Mr. DJ, put a record on.
WOW!WOW!WOW! TOLL!
Nee, sicher, ja, ist klar ...

WENN aber jemand die Eingebung hatte, die Carpenters + Madonna + Kraftwerk zu einem feudalen Mash zu vereinen und dass am Ende sogar noch passabel klingt, dann gilt es dies zu empfehlen und ein mildes Lächeln inkl. einem kleinlaut herausgepresstem wow ist angebracht.
Ehre wem Ehre gebührt.
Die olle Karen Carpenter ergänzt sich nämlich ziemlich gut mit der aufgedrehten Popkönigin und lassen gemeinsam selbst die eher blechern klingenden Kraftwerker im positiven Sinne strahlen. Anspruchsvoll, das sei hier angemerkt, klingt bestimmt anders - aber das erklärte Ziel ist ja auch eher der sog. fun factor. Und diese Mission ist geglückt.
Mash-ups, da gibt es keinen Zweifel, sind sehr, sehr, sehr 2005 ... aber der Undercut Haarstyle feiert ja auch immer wieder unberechtigterweise ein Revival.
Boygroup-Mittelscheitel und Oversize-Pants sind ebenso wieder en vogue und angeblich ist zitronengelb die flippige Farbe des Sommers
Warum dies so ist bleibt ein Rätsel, dessen Auflösung selbst Anna Wintour die Blässe ins eh schon fahle Gesicht zaubert - aber für die Ulknudel sollte sich niemand mehr erwärmen. Trends machen wir ja eigenständig, pah!

Und Retro ist seit einigen Jahren eh was gestern Out und vorgestern In und morgen evtl. der letzte Schrei von vorgestern war. 
Hallelujah!

                          

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