14.01.2014

Wear It! Die Fashion-Smashion-Week ist zurück und alle wollen dabei sein

Ja Ja Ja, klobige Stiefel trägt der moderne Städter schon länger. Boots sind seit geraumer Zeit zum Trendschuh verkommen. Und selbst übertrieben ambitionierte Dörfler stopfen die kik-Jeans in ihre Deichmann-Stiefel und flanieren die Gassen entlang. Aber hier sollte ganz genau aufgepasst werden: Nicht jeder Schuh ist auch ein guter Schuh! 

Und nicht jeder vermeintlich modeaffine Nappel ist wirklich dazu befähigt, Fashion ohne Überinszenierung wirklich lässig und selbstbewusst umzusetzen und sich dann Trendsetter zu schimpfen.

Nur zu oft begegnen einem - oberflächlich betrachtet - gut gekleidete Menschen. Bei genauerer Betrachtung sind sie aber eben nur in vermeintlich stilvolle Klamotten gehüllt, die an ihnen aber vollkommen bescheuert aussehen. Denn wer es nicht richtig kann und einfach nur kopiert, was er/sie irgendwo aufgeschnappt hat, der/die wirkt kaum authentisch und somit modisch vollkommen hilflos. Und sich eine Vogue unter den Arm klemmen um Modewissen vorzutäuschen, macht es auch kein bisschen besser. Da hilft auch nicht das beherzte studieren der Vorgaben irgendwelcher sog. fashion experts, die sich haufenweise im worldwideweb tummeln und ihr mageres Modeverständnis in die Welt entladen.
Viele werden wieder ihren ganz persönlichen Laufsteg auf Berlins 
  Straßen entdecken, doch wirklich leisten können es sich nur wenige
Modeblogs - auf denen pickelige Passanten oder dicke Mädchen (meist ungelenk vor dem heimischen Spiegel stehend) abgebildet sind - haben zu dem Missverständnis beigetragen, modisch und effektvoll könne sich jeder kleiden. Blasphemie! Warum nur glauben immer mehr Lebewesen, modisches Know-How zu besitzen und dies auch noch öffentlich auszuleben? 
'Nein, du dummes Ding', möchte man jedem inbrünstig zurufen, 'du siehts absolut nicht gut in deiner clownesken Verkleidung aus.'
Denn genau das ist es: eine Verkleidung und die ist doch ursprünglich nur für die Faschingszeit erdacht worden. Wer kein eigenes Gespür für kleidsame Outfits vorweisen kann und sich von Blogs, Magazinen, Verkäufern oder Freunden einkleiden lässt, der ist dann u.U. zwar gut angezogen, aber aufgrund mangelnder Stimmigkeit zwischen Kleidung und Person, ja, man muss es so sagen, sehen viele dann ganz doll doof, albern und furchtbar verkrampft-bemüht aus. 
Des Kaisers neue Kleider sind eben nicht für die Hofnarren geeignet.
Blog Me All Night Long.
Einsicht wäre hier optimal: Es ist doch vollkommen in Ordnung, offen und ehrlich zu seiner kompletten Unfähigkeit und absolutem Unverständnis für geschmackvolle Kleiderauswahl zu stehen. Dafür wird heute niemand mehr geschlagen - vorausgesetzt man ist dem schulpflichtigen Alter schon etwas länger entwachsen, bekennt sich nicht zu einer homosexuellen Lebensweise und ist dann versehentlich auf der falschen Fetischparty unterwegs oder, schlimmer noch, treibt sich auf der Berlin Fashion Week in der Sitzreihe der bundesdeutschen Modeblogger herum (Obacht, die schlagen allerdings verbal drauf los).

Respekt verdienen jene die selbstbewusst zu H&M, kik, Primark & Co. rennen und sich den massenkompatiblen Schmarrn überstreifen. Immerhin ist DAS eigenmächtig ausgewählt und aus dem Wühltisch gefischt worden. Globale Gerechtigkeit in Dritte-Welt Ländern lassen wir mal außen vor, denn nackig können ja die Menschen aus den Industrienationen auch nicht dauerhaft umher laufen.
Männer und Frauen die sich jedoch in die dümmsten Tücher hüllen, absurden Kopfschmuck überziehen und Kleidungsstücke überstreifen um in bizarrer Aufmachung vor die Tür zu treten, nur weil der fashion blog expert ihnen dazu rät; Nein, die sollten gemieden und zur Not strafrechtlich belangt werden. Spinner, die sich so penetrant anders kleiden wollen, dabei aber wie eine Mischung aus Chewbacca, Wonder Woman, Dalai Lama und einer osteuropäischen Melkmagd daherkommen, die sind nicht etwa originell. Die sind einfach nur bescheuert.
Wiedererkennungswert ist zwar in der Theorie nett und schön, denn das zeugt von Selbstbewusstsein (übersteigertes Selbstbewusstsein, sicher, aber irgendwo ist es mit der Kritik ja auch mal gut), aber es ist eben auch in der Praxis bemitleidenswert anzusehen. Denn sich der Lächerlichkeit preisgeben nur um up to date zu sein, ist wohl kaum als individualistisches Gebaren zu verbuchen.
Wer sich fortwährend darum bemüht, möglichst schick und hysterisch-kreativ Looks zu kopieren, der scheitert bereits an der Herangehensweise und hat wohl zuviel Zeit mit den Ratschlägen der moppeligen Shopping-Queen mit den absurd kurzen Beinchen verbracht.
Mut, um Gottes Willen, wird nicht immer belohnt!
These Boots Are Made For Walking … 
ist übertriebene Liebe zu Stiefeln ungesund?
If you're going to talk the talk you've got to walk the walk

mommasboy geht glorreich voran:
Seit nunmehr zehn Jahren wird dem jeweiligen Tagesoutfit ein Stiefelpaar zugeordnet. 
Ungeputzt, abgelatscht, mehrfach neu besohlt, knittriger Schaft, ausgeblichen, geklebt, geflickt und mit Spucke aufpoliert. Wunderschön sind sie.
Natürlich oftmals verpönt, bewundert, bekotzt, kopiert, belächelt, in boyjuice versunken, beinahe gestohlen und erfolgreich Überfälle verhindert, sind sie zu einer zweiten Haut geworden. 
Dieses Schuhwerk hat so manche Debatte angeregt und besitzt ein eigens Samtpodest, um sich von den Strapazen des Alltags zu erholen.
Die Schühchen erfreuen Tag für Tag und lassen das Herz hüpfen ... und mehr soll Mode doch wirklich nicht bezwecken. 

Wer was anderes behauptet dem fehlt eine wirkliche Lebensaufgabe und so trifft sich diese Meute dann während der Fashion Week in Berlin und tauscht fragwürdige Expertise aus - frisch erlernt auf irgendeiner www.fashion-du-mich-auch.com Seite.

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